Vincent Callebaut, visionärer Architekt und Begründer der Archibiotik ergreift an der La Foncière-Gesprächsrunde 2018 das Wort

06/10/2018  ◆  Urbanismus

Vincent Callebaut, visionärer Architekt, spricht zum Thema der La Foncière-Gesprächsrunde 2018: die Stadt von morgen. Er ist der Begründer der Archibiotik, einem neuen Wissensgebiet, welches Architektur, Informatik- und Kommunikationstechnologien sowie Biotechnologien vereint. Vincent Callebaut nimmt Stellung zur dringenden Notwendigkeit, ein neues Stadtmodell zu erfinden, ein nach-CO2-, nach-fossil-, nach-nuklear- und sogar nach-Insektizid-Modell. Doch über die Denkfabrik hinaus ist da auch die Realität, denn die Energiewende wird nicht warten. Herr Callebaut stellt zwei seiner internationalen Projekte vor, die er in Taipeh und Kairo baut. Er schliesst seinen Beitrag mit der Erwähnung des Projektes „Paris Smart City 2050“ ab, einem „Klima, Luft, Energie-Plan“, der bei einem Bebauungsplan zur Anwendung kommt.

Die La Foncière-Gesprächsrunde 2018 zum Thema der Stadt von morgen fand am 19. Juni 2018 im Hotel Mandarin Oriental in Genf, vor mehr als 200 geladenen Gästen, statt. Diese waren sich einig, dass es sich um einen besonderen und spannenden Anlass handelte, an dem die Persönlichkeit und der Vortrag von Vincent Callebaut, einem jungen belgischen Architekten, der in Paris lebt, im Mittelpunkt standen. Vincent Callebaut kann bereits auf zahlreiche geistige Entwürfe zurückblicken wie auch auf Projekte und Umsetzungen, die kurz vor dem Abschluss stehen.

Die Bilanz von Vincent Callebaut beginnt mit der Zunahme der Weltbevölkerung - 9 Milliarden im Jahre 2050 - und der Fähigkeit dieser Bevölkerung, sich den Klimaveränderungen zu widersetzen und sich ihnen dann anzupassen. Die Stadt von morgen wird sich auf Plusenergiegebäude stützen, auf Gebäude, die mehr Energie erzeugen als sie konsumieren. Gebäude mit integrierten vertikalen Farmen, Lebensmittelproduktionsstätten, die in die Herzen der Konsumzentren zurückgebracht werden. Gebäude umgeben von einem Netz von Langsamverkehr, der die Fussgänger ins Zentrum stellt, ein dichteres, vertikaleres, da weniger energieintensives Gebäude-Netz. Die vierte Säule der Stadt von morgen wird durch eine partizipative Demokratie gebildet werden, in der die Bürger vollumfänglich an der Entwicklung ihrer Stadt partizipieren. Vincent Callebaut, schöpferischer Denker und bemerkenswerter Pädagoge, beschreibt dann den Übergang vom Labor in die Realität. Die Lösung: die Biologie und die Art, wie die Natur angesichts des Klimawandels seit 3,8 Milliarden Jahren ihre Auslese unter den Spezies der Fauna und Flora trifft. Es wird darum gehen, sich von diesen Formen und Strukturen inspirieren zu lassen und von der Intelligenz der Materialien, welche die Natur eingesetzt hat.

Diese Biomimetik, auch Bionik genannt, wird dann als Beschleuniger für die Innovation und als Brücke zwischen der Grundlagenforschung im Labor und der angewandten Forschung in der Industrie und auf den Baustellen dienen. Nehmen wir den tropischen Regenwald als Beispiel. Herr Callebaut beschreibt, wie dieses Ökosystem, Verbreiter der Kreislaufwirtschaft, seine eigene Energie erzeugt, ohne irgendwelche Umweltverschmutzung, indem es seine Abfälle recycelt: eine wahre Inspirationsquelle für die Stadt von morgen.

Schliesslich stellt Herr Callebaut zwei internationale Projekte vor, die sich zur Zeit im Bau befinden. Ein Wohn-Hochhaus in Taiwan, das mit mehr als 25'000 Pflanzen, Büschen und Bäumen bepflanzt ist, die bis zu 135 t Kohlendioxid absorbieren können. Ein Hochhaus, welches sich auf erneuerbare Hauptenergien abstützt, um seinen Ausstoss an Treibhausgasen um 70 % zu senken. Das zweite Projekt ist das Gate Heliopolis in Kairo, ein Projekt, das auf der Kreislaufwirtschaft beruht und sich zusammensetzt aus Wohnungen in energiepositiven Gebäuden, Wohnungen, die einer weiten Bevölkerungsschichten zugänglich sind. Nach einer fesselnden einstündigen Präsentation dreht sich die Diskussion um die Frage, inwieweit europäische Städte dieser Stadtvision angepasst werden können.

Gerne weisen wir unsere Leser auf das Interview hin, welches wir einige Stunden vor dem Anlass am Ufer der Rhone mit Herr Callebaut geführt haben. Er stellt sich als Person vor, erklärt die vier Säulen seiner Vision, beschreibt dann die beiden Projekte, die sich in Taipeh und in Kairo im Bau befinden und erwähnt abschliessend noch das Projekt „Paris Smart City 2050“.

Der interessierte Leser hat auch die Möglichkeit, ein kurzes Video anzuschauen, welches anlässlich der La Foncière-Gesprächsrunde 2018 gedreht wurde und Impressionen vom Eintreffen des Gäste, den Gesprächen und schliesslich vom Apéro riche in den sonnendurchfluteten Räumen des Mandarin Oriental zeigt. Mit diesen Bildern verabschieden wir uns von Ihnen bis zum nächsten Jahr.

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